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Geschichte / Politik

Im Altertum lebten viele verschiedene Völker im Gebiet des heutigen Portugals. Kelten, Phönizier, Griechen und Kartharger. Ihnen folgten die Römer, die das Land „Lusitania“ nannten. Das Römische Reich zerfiel während der Völkerwanderung, danach kamen germanische Stämme nach Portugal und gründeten hier ihre Reiche.

711 fielen die muslimischen Mauren in Portugal ein und eroberten das Land. Ihren Einfluss bemerkt man noch heute in der Kultur und der Sprache Portugals. 150 Jahre später begannen die christlichen Königreiche im Norden Spaniens mit der Rückeroberung, der „Reconquista“. So entstand bei der Stadt Porto die Grafschaft Portucale, die zum Königreich Asturien-León gehörte. 1143 konnte Graf Alfonso sich von León unabhängig machen und ließ sich zum ersten König von Portugal krönen. Die Könige Portugals dehnten dann das Land weiter nach Süden aus. Hundert Jahre später waren die letzten Mauren aus der Algarve vertrieben. Die Grenze zu Spanien im Osten ist seitdem fast unverändert und damit eine der ältesten Europas.

Die Portugiesen wollten aber ihr Land weiter vergrößern. Sie eroberten zeitweise Gebiete im heutigen Marokko. Prinz Heinrich, der später „der Seefahrer“ genannt wurde, schickte Schiffe aus, die die Küste Afrikas erforschten und Handelsposten gründeten. Ziel war es, den Seeweg nach Indien zu entdecken, um von dort teure Gewürze und andere Schätze nach Europa zu bringen. 1498 erreichte der Portugiese Vasco da Gama als erster europäischer Seefahrer Indien. Portugal eroberte in den folgenden Jahren viele Orte in Afrika und Asien. In Amerika wurde das spätere Brasilien eine Kolonie der Portugiesen.

Doch dann starb 1580 der letzte portugiesische König ohne einen Erben: So fiel Portugal an den König von Spanien. Erst 60 Jahre später konnten die Portugiesen sich von der spanischen Herrschaft befreien und krönten wieder einen eigenen König. 1755 wurde Lissabon von einem großen Erdbeben zerstört.

Portugal war zu klein und zu schwach, um sein riesiges Kolonialreich lange zu verteidigen. So verlor Portugal im Laufe der Zeit fast alle seine Kolonien. Als der französische Kaiser Napoleon Portugal besetzte, floh der portugiesische König nach Brasilien. Als die Franzosen wieder vertrieben waren, wurde Brasilien zu einem Kaiserreich und unabhängig. Portugal verlor damit seine größte und reichste Kolonie. Um 1900 blieben Portugal nur noch Angola, Mosambik und einige weitere kleine Kolonien in Afrika, Goa in Indien, Osttimor in Südostasien und Macau in China.

1910 wurde der König gestürzt und Portugal wurde eine Republik, doch diese war schwach und so wurde aus Portugal eine Diktatur. In den afrikanischen Kolonien begannen Aufstände gegen die Portugiesen und Goa wurde 1961 von Indien erobert. 1974 rebellierten die Portugiesen und setzten in der Nelkenrevolution den Diktator ab. Portugal ist seitdem wieder eine Demokratie, in der das Volk die Regierung wählt. Man entließ die letzten Kolonien in Afrika in die Unabhängigkeit und Timor wurde von den Indonesiern erobert. Zuletzt übergab Portugal mit Macau seine letzte Kolonie friedlich an China.



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